Wir über uns
Ralf Dreher
Geboren 1962, entschied ich mich nach Abitur und 2-jährigem Maschinenbaustudium für die Kombination von Hobby und Beruf und absolvierte von 1984-1990 bei der Firma Fritz-Segel eine Segelmacherausbildung bis hin zum Meister.
Nach der Ausbildung war ich noch 3 Jahre bei Fritz-Segel als Segeldesigner und Werkstattleiter beschäftigt. Im Jahre 1994 habe ich die Firma Dreher Persenning gegründet und mich auf die Herstellung von Abdeckungen aller Art spezialisiert. Mit zunehmendem Erfolg der Firma bot sich 1996 bereits die Gelegenheit, mein Geschäftsfeld durch die Übernahme des Seglerservice Chiemsee zu erweitern.
Neben den Planen und Persenningen konnte der Kunde nun das komplette Sortiment des Wassersportzubehörs bei uns bekommen. Nach einigen Standortschwierigkeiten habe ich im Herbst 2007 den Seglerservice Chiemsee nach dem Motto „Back to the Roots“ geschlossen und konzentriere mich ab sofort ausschließlich auf die Herstellung von Planen, Abdeckungen und Persenningen.
Unsere Werkstatt

Hier am Chiemsee fertigen wir in unserem kleinen Team alle unsere Persenninge eigenständig an.
Mit viel Geschick, langer Erfahrung, unserem großen Nähtisch und den modernen Industrienähmaschinen können wir fast alle Wünsche unserer Kunden realisieren.

Besonders im Detail sieht man die gute Verarbeitung.

In unserem Zuschneideraum haben wir eine große Auswahl an Stoffen und von allen Schnittmuster der letzten 20 Jahre hergestellen Persenningen vorrätig. Dies hilft uns sehr im Bereich der E-Boot-Aufträge.
Hier können wir – ohne Ihr Schiff extra vermessen zu müssen – viele Klassen fertigen.
Gedanken eines Segelmachers zum Thema Persenning
Eine Persenning ist mehr als nur eine einfache Abdeckung. Sie schützt Ihr Boot vor Verschmutzung, UV-Strahlung und Witterungseinflüssen und begleitet Sie im besten Fall viele Jahre. Gleichzeitig soll sie praktikabel, langlebig und wirtschaftlich sinnvoll sein. Zwischen diesen Anforderungen entstehen Zielkonflikte, die wir offen ansprechen möchten – denn eine gute Entscheidung beginnt mit realistischen Erwartungen.
Wasserdichtigkeit – was möglich ist und was nicht
Die von uns verarbeiteten Persenningstoffe stammen ausschließlich von namhaften Herstellern und unterscheiden sich in ihrer Wasserdichtigkeit. Diese wird in Millimetern Wassersäule angegeben und beschreibt, welchem Wasserdruck ein Material standhält, bevor Feuchtigkeit durchdringt.
Bei Starkregen in Verbindung mit Wind können Druckverhältnisse entstehen, die selbst hochwertige Materialien an ihre Grenzen bringen. In solchen Situationen kann es auf der Innenseite der Persenning zu feinem Sprühwasser kommen. Dieses kondensiert und tropft anschließend nach innen ab.
Hinzu kommen konstruktionsbedingte Öffnungen – etwa für Mast, Relingstützen, Wanten oder Stagen. Diese lassen sich nie vollständig abdichten. Allein entlang eines zehn Meter langen Mastes kann innerhalb eines Tages erhebliche Feuchtigkeit unter die Persenning geleitet werden.
Das Ergebnis: Eine vollständig wasserdichte Persenning gibt es nicht. Unser Anspruch ist es jedoch, mit Erfahrung, Materialwahl und Konstruktion die Feuchtigkeitsbelastung so gering wie möglich zu halten.
Diffusionsoffenheit – ein entscheidender Faktor
Häufig wird von „Atmungsaktivität“ gesprochen, ein Begriff, der aus der Bekleidungsindustrie stammt. Dort kommen mehrlagige, membranbasierte Materialien zum Einsatz, die Feuchtigkeit nach außen transportieren und gleichzeitig hoch wasserdicht sind.
Persenningstoffe funktionieren anders. Sie sind gewebt und lassen bei höherem Wasserdruck Feuchtigkeit nach innen – über denselben Weg kann Feuchtigkeit jedoch auch wieder entweichen. Dieser Austausch ist besonders wichtig, um Kondenswasser und Schimmelbildung zu vermeiden.
Beschichtete Stoffe aus Acrylat, PU oder PVC erhöhen zwar die Wasserdichtigkeit, verhindern aber nahezu vollständig den Feuchtigkeitsaustausch. Die Folge ist Schwitzwasser auf der Innenseite.
Gerade bei Holzbooten empfehlen wir daher ausdrücklich diffusionsoffene Materialien.
Belüftung – weniger Technik, mehr Wirkung
Bei nicht diffusionsoffenen Stoffen werden häufig Lüftungshutzen eingesetzt, um Feuchtigkeit zu reduzieren. In der Praxis sind deren Öffnungen jedoch sehr klein im Verhältnis zum Luftvolumen unter der Persenning. Ein wirksamer Luftaustausch findet nur sehr langsam statt.
Unsere Lösung setzt auf eine andere Konstruktion: Wir verzichten bewusst auf Lüftungshutzen und verwenden bevorzugt Loxx-Verschlüsse statt durchgehender Reißverschlüsse. Die entstehenden Zwischenräume sorgen an mehreren Stellen für einen natürlichen Luftaustausch. Eine ausreichende Überlappung verhindert dabei zuverlässig das Eindringen von Regen.
Nähte – Haltbarkeit statt kurzfristiger Dichtigkeit
Jede Naht bedeutet eine Perforation des Materials. Über viele Jahre haben wir einen baumwollumsponnenen Polyesterfaden verwendet, der sich bei Feuchtigkeit ausdehnt und Nählochöffnungen weitgehend schließt. Allerdings altert dieser Faden unter UV-Einfluss relativ schnell, sodass seine Lebensdauer begrenzt ist.
Aus diesem Grund nähen wir heute ausschließlich mit TENARA-Faden aus dem Hause Gore. Dieser Faden ist deutlich langlebiger und nahezu UV-beständig, erreicht eine Haltbarkeit von acht bis zehn Jahren. Zwar verschließt er die Nählochöffnungen weniger stark, bietet dafür aber langfristige Stabilität und Werterhalt.
Haltbarkeit – warum früher nicht gleich heute ist
Viele Kunden berichten von Persenningen, die 15 oder 20 Jahre gehalten haben – und das stimmt. Heute sind solche Laufzeiten jedoch kaum noch realistisch.
Moderne Umweltauflagen erlauben nur noch den Einsatz deutlich verträglicherer Zusatzstoffe bei der Stoffherstellung. Das ist ökologisch sinnvoll, geht jedoch häufig zulasten von Performance und Haltbarkeit. Hinzu kommt, dass Hersteller Garantien meist auf zwei bis fünf Jahre begrenzen, während unsere Erfahrung zeigt, dass realistische Nutzungszeiträume zwischen sechs und zwölf Jahren liegen.
Ein weiterer Wandel steht bereits bevor: PFAS-haltige Ausrüstungen werden zunehmend reguliert oder verboten. PFAS-freie Materialien sind umweltfreundlicher, weisen jedoch derzeit eine geringere Wasser-, Schmutz- und Ölabweisung auf. Wie sich dies langfristig auf die Haltbarkeit auswirkt, wird sich erst zeigen. Wir werden lernen müssen, auch damit verantwortungsvoll umzugehen.
Die Entscheidung – Ihr persönlicher Kompromiss
Die zentrale Frage bleibt: Welche Persenning ist die richtige?
Ein schweres Tuch verspricht höhere Robustheit, eine leichte Persenning ist einfacher zu handhaben, platzsparender und wird häufiger genutzt. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen.
Unsere persönliche Empfehlung: Entscheiden Sie sich für eine leichte, gut handhabbare Persenning. Sie wird gerne genutzt, schützt Ihr Boot regelmäßig und erfüllt ihren Zweck über viele Jahre zuverlässig.
Sehen Sie eine Persenning nicht als kurzfristigen Kostenpunkt, sondern als Investition in den Werterhalt Ihres Boots – getragen von Materialqualität, durchdachter Konstruktion und einer bewussten Entscheidung für Nachhaltigkeit.
Als Produzent von Persenningen liegt mir viel an der Zufriedenheit meiner Kunden, denn mein Produkt steht mehrere Jahre für alle sichtbar auf Ihrem Boot und ist somit meine Visitenkarte. Ich bin also bestrebt, beste Materialien mit optimaler Qualität zu verarbeiten und das zu einem vertretbaren Preis. Es gibt immer billigere Anbieter, günstigere Persenninge und vielleicht sogar Schnäppchen, aber eigentlich wollen Sie als Bootseigner Qualität, Beständigkeit und Service.
Das sollten Sie immer berücksichtigen, wenn Sie eine neue Persenning bestellen. Und natürlich bestellen Sie nur beim Persenningbauer Ihres Vertrauens.
Ihr Ralf Dreher
